“Caput Nili quaerere“ römisches Sprichwort

Vision

Motiv

Abenteuer — Ein handgebautes Segelboot als Vehikel für eine Reise, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Afrikas verbindet.

Sensibilisierung — Die Route entspricht Wegen die viele Migranten gehen. Was sind die Ursachen? Wo liegen die Chancen?

Dokumentation — Filmische und schriftliche Reportage. Begegnungen mit Menschen und der Natur, das Festhalten von Geschichten und Eindrücken.

Persönliche Mission — Eine Synthese aus Handwerk, Technik, interkultureller Erfahrung und journalistischer Aufarbeitung.

Lange bevor Asphalt und Rad die Orte unseres Planeten so effizient verband, zogen schon Wind und Wasser ihre Bahnen um unsere Erde. Um sie zu nutzen, bezwang der Mensch diese Urkräfte mit ungeheurem Aufwand und oft unter grosser Gefahr.

Mit der fortschreitenden Technologisierung unserer Gesellschaft sind unsere Reisen längst nicht mehr dem Risiko einer grausamen und launischen Umwelt unterworfen. Und doch, fernab dem urbanen Europa ist die Natur noch ein Faktor der unser aller Schicksal lenkt, manchmal dramatisch. Sich mit diesen umgeschaffenen Kräften zu verbünden, ist ein archaisches Abenteuer, und faszinierend.

Es ist das Motiv einer Expedition quer durch den afrikanischen Kontinent, auf Wegen die schon immer existiert hatten, denen des Wassers. Mit dem Segelboot Endra beginnt eine Reise, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Afrikas verbindet, mitten im Indischen Ozean, auf dem Archipel der Komoren.

Endra ist Swahili, heisst geh. Von Anfang teilt sie ihre Routen mit ungezählten Mirganten, die auf wirren Pfaden versuchen, Europa zu erreichen. Die Fahrt ist ein Spiegel der Realität, von Flucht, Sehnsucht, Chancen — und die Entdeckung einer Region voller Schönheit, Vielfalt und Herausforderungen.

Von der Küste Tansanias führt ein weites Wegstück hinauf in das Ostafrikanische Hochland, wo die Befahrung des grossen Nils seinen Ausgangspunkt nimmt, der seinen Ufern seit jeher Fluch und Segen brachte. Ein langer Strom aus den grünen Regenwäldern verliert sich in endlosen Sümpfen und findet  allmählich seinen Lauf in einer immer karger werdende Landschaft. Ausgezehrt durch Dürren und Feden die die Menschen vor sich hertreibt. 

Aus diesem Niemandsland erreicht der Nil die ältesten Zeugen unserer Zivilisation, die seit Jahrtausenden im Sand versinken. Der letze Abschnitt der Reise verknüpft die Widersprüchlichkeit eines unermesslichen Erdteils, die bis in die heutige Zeit andauert. Es endet vor den Toren eines neues Kontinents, wo die Geschichte für viele neu beginnt und für viele für immer endet, im Mittelmeer.

Die Vision den alten Kontinent auf seiner Wasserader zu bereisen, entstand, als ich dem Indischen Ozean lauschte. Ich sah, wie die Fischer auf das Meer hinaus fuhren. Ich dachte an die arabischen Daus an der Küste mit ihren Lateinersegeln. Es war der Beginn eines Projektes. 

Mit einem handgebauten Holzsegelboot, wollte ich in mehreren Etappen den langen Weg vom Kanal von Mozambique im Indischen Ozean bis ins Mittelmeer zurücklegen – über Küstengebiete, Landrouten, Flüsse quer durch Ost- und Nordafrika.

Kommentar

  1. […] Die Vision den alten Kontinent auf seiner Wasserader zu bereisen, entstand, als ich dem Indischen Ozean lauschte. Ich sah, wie die Fischer auf das Meer hinaus fuhren. Ich dachte an die arabischen Daus an der Küste mit ihren Lateinersegeln. Es war der Beginn eines Projekts… […]

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